WordPress: Hosted vs. Self-Hosted – Der ultimative Guide für deine Website-Entscheidung
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Heutzutage ist die Frage für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) längst nicht mehr, ob man eine Website braucht, sondern wie man sie am besten umsetzt. Wenn du dich mit dem Thema beschäftigst, stößt du unweigerlich auf WordPress. Es ist das meistgenutzte Content Management System (CMS) der Welt und treibt einen beachtlichen Teil des Internets an. Doch WordPress ist nicht gleich WordPress. Du stehst vor der fundamentalen Entscheidung: Hosted oder Self-Hosted? Und dann gibt es da noch die modernen KI-Baukästen und die High-End-Lösung der individuellen Webentwicklung mit Headless CMS.
In diesem Beitrag schauen wir uns an, welcher Weg für dich als Unternehmer, Handwerker oder Dienstleister der richtige ist. Wir klären die Unterschiede, werfen einen Blick auf die Bedeutung deiner Domain und besprechen, warum manchmal weniger Standard und mehr Individualität den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringt.
WordPress.com ist die „Hosted“-Variante. Das bedeutet, du meldest dich an, wählst ein Paket und kannst sofort loslegen. Die technische Infrastruktur, also der Server, die Updates und die Sicherheit, liegen in den Händen von Automattic, der Firma hinter WordPress.com.
Für dich als Inhaber eines kleinen Ladens oder einer Tanzschule klingt das erst einmal verlockend. Du musst dich nicht um Backups kümmern, keine PHP-Versionen aktualisieren und keine Angst vor Hackerangriffen auf den Server haben. Es ist ein „Rundum-Sorglos-Paket“. Doch dieses Paket hat seinen Preis – und damit meine ich nicht nur die monatliche Gebühr.
Die Einschränkungen sind bei der Hosted-Variante spürbar. In den günstigen Tarifen bist du stark limitiert, was das Design und die Funktionalität angeht. Du kannst nicht einfach jedes beliebige Plugin installieren, um spezielle Funktionen für dein Handwerksunternehmen hinzuzufügen. Zudem wird oft Werbung auf deiner Seite geschaltet, es sei denn, du zahlst für ein höheres Paket. Du bist in einem „goldenen Käfig“: Es ist sicher und bequem, aber du kannst die Wände nicht einreißen, wenn du mehr Platz oder eine andere Architektur brauchst.
Wenn Leute in der Profi-Welt von WordPress sprechen, meinen sie meistens die Self-Hosted-Variante von WordPress.org. Hier lädst du dir die Software kostenlos herunter und installierst sie auf deinem eigenen Webspace bei einem Hoster deiner Wahl.
Der größte Vorteil: Die Freiheit ist grenzenlos. Du besitzt deine Daten zu 100 %. Du kannst jedes Theme installieren, jedes Plugin nutzen und den Code nach Belieben anpassen. Für ein KMU, das spezifische Anforderungen hat – etwa ein Buchungssystem für eine Tanzschule oder einen komplexen Produktkatalog für einen Dienstleister – ist dies oft die Mindestanforderung.
Aber: Mit großer Freiheit kommt große Verantwortung. Du bist selbst dafür verantwortlich, dass deine WordPress-Installation sicher bleibt. Das bedeutet regelmäßige Updates von Plugins, Themes und dem WordPress-Kern. Vernachlässigst du das, wird deine Seite schnell zum Ziel für Bots und Malware. Auch die Ladezeit hängt stark von deinem gewählten Hoster und deiner technischen Konfiguration ab. WordPress kann sehr schnell sein, aber durch zu viele schwere Plugins auch extrem langsam werden.
Bevor du dich für eine technische Plattform entscheidest, brauchst du eine Adresse im Netz: die Domain. Viele unterschätzen diesen Schritt. Deine Domain ist deine digitale Identität. Sie sollte kurz, einprägsam und im Idealfall sprechend sein.
Für lokale Unternehmen in Regionen wie Aachen oder generell in NRW ist es oft sinnvoll, den Ortsnamen oder die Tätigkeit direkt in die Domain zu integrieren, sofern es natürlich wirkt. Ein Beispiel: schreinerei-mueller-aachen.de ist für Google und für deine Kunden klarer als holz-design-24.de.
Achte darauf, eine seriöse Endung zu wählen. In Deutschland ist .de nach wie vor der Standard und genießt das höchste Vertrauen. Vermeide zu viele Bindestriche oder komplizierte Schreibweisen. Wenn du deinen Kunden am Telefon erklären musst, wie man deinen Namen schreibt, ist die Domain zu kompliziert. Eine gute Domain ist wie ein gutes Ladenschild: Man sieht sie, man merkt sie sich, man findet den Weg.
Ein aktueller Trend, den Anbieter wie Strato oder Wix massiv bewerben, sind KI-basierte Webseiten-Builder. Das Versprechen: Beantworte ein paar Fragen zu deinem Business, lade ein Logo hoch und die KI generiert dir in wenigen Minuten eine fertige Website inklusive Texten und Bildern.
Das klingt wie Zauberei und ist für ein extrem kleines Budget oder einen sehr schnellen Start (zum Beispiel für ein Wochenend-Projekt) durchaus legitim. Die KI-Tools sind mittlerweile erstaunlich gut darin, ein stimmiges Layout zu entwerfen. Doch es gibt Haken.
Diese Seiten sind oft sehr generisch. Die Texte klingen häufig ähnlich, da sie auf denselben Sprachmodellen basieren. Für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist das suboptimal, da Google einzigartige, hochwertige Inhalte liebt. Zudem bist du bei diesen Systemen technisch komplett an den Anbieter gebunden. Ein Umzug deiner Website zu einem anderen Hoster ist oft unmöglich; du müsstest komplett neu anfangen. Wenn dein Unternehmen wächst und du spezielle Schnittstellen zu deiner Buchhaltung oder einem CRM benötigst, stoßen KI-Baukästen schnell an ihre Grenzen.
Jetzt kommen wir zu dem Bereich, in dem ich als Web-Entwickler den größten Mehrwert für wachsende Unternehmen sehe. Warum sollte man sich gegen WordPress oder Baukästen entscheiden und stattdessen auf eine Individualentwicklung setzen?
Stell dir vor, deine Website ist nicht nur eine digitale Visitenkarte, sondern ein hochpräzises Werkzeug. Bei einer Individualentwicklung bauen wir genau das, was du brauchst – ohne den unnötigen „Ballast“, den Standard-Systeme wie WordPress oft mitbringen. WordPress muss für Millionen von Anwendungsfällen funktionieren und schleppt daher viel Code mit, den du für deine spezifische Seite gar nicht benötigst. Das beeinträchtigt die Ladezeit und die Sicherheit.
Ein besonders spannender Ansatz ist das Headless CMS. Hierbei trennen wir die Verwaltung der Inhalte (das Backend) von der Darstellung der Website (das Frontend). Das hat enorme Vorteile:
Ich möchte WordPress nicht schlechtreden. Im Gegenteil: Für viele KMU ist ein gut aufgesetztes, selbstgehostetes WordPress-System die absolut richtige Wahl. Es gibt eine riesige Community, tausende Anleitungen und man findet immer jemanden, der einem helfen kann. Wenn das Budget begrenzt ist und die Anforderungen standardnah sind, ist WordPress unschlagbar effizient.
Der Fehler passiert oft dort, wo versucht wird, WordPress mit unzähligen Plugins zu einer eierlegenden Wollmilchsau zu verbiegen. Wenn die Seite plötzlich 20 Sekunden lädt und bei jedem Update das Layout zerschossen wird, dann war die Entscheidung für den „Standard“ am Ende teurer als eine saubere Individualentwicklung.
Die Entscheidung hängt von deinen Zielen ab:
Egal für welchen Weg du dich entscheidest: Achte auf eine gute Domain und verliere niemals den Nutzer aus den Augen. Eine Website ist kein Selbstzweck – sie soll dir helfen, dein Business erfolgreicher zu machen. Wenn du unsicher bist, welcher Weg für dein spezielles Vorhaben in Aachen oder darüber hinaus der beste ist, lass uns ins Gespräch kommen. Es gibt für jedes Bedürfnis die passende technologische Antwort.